Dasistunserspiel Blog Lifestyle Liebeskummer Liebe

Eine Sekunde. Ein durchdringender Blick. Ein Zucken deines Mundwinkels. Mein Herz rast. Ein winziger Augenblick – die Zeit steht still. Flackernde Lichter, laute Bässe, lachende Menschen um uns herum. Alles verblasst – verlangsamt sich. Du lachst. Ich grinse schief zurück. Blicke unbeholfen Richtung Boden. Suche deinen Blick. Bin unsicher – mein Herz rast. Du bist da. Die Menge feiert weiter. Verpasst den Augenblick.  „Komm lass uns erstmal die Anderen suchen“, ruft mir eine meiner Freundinnen von der Seite ins Ohr und holt mich aus meiner Parallelwelt zurück. Du bist verschwunden. Ich folge ihnen. Grinse wie ein Honigkuchenpferd. Glücksgefühle jagen durch meinen Körper.

Du bist da.
Keine leeren Worte. Kein Zittern. Keine Ungewissheit.
Du bist da.

Wir laufen durch den Club und treffen Freunde. Sagen hallo, lachen, reden. Feierlaune. Wir wollen feiern. Uns. Das Leben. Das was wir bereits erreicht haben und was noch vor uns liegt. Ich bin nervös. Sehnsucht nagt an mir, auch wenn wir täglich schreiben. Ich muss dich sehen. Mit dir sprechen. Mehr als Buchstaben und Leerzeichen füllen. Dich fühlen, um zu spüren wo wir stehen.

Du und Ich.
Wir.

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Es ist ein Spiel.
Unser Spiel.
Eines, dass wir beide blind beherrschen.
Wir spielen ohne Regeln.
Ohne zu wissen was der Andere eingesetzt hat.
Oder was passieren wird, wenn wir verlieren.
Wir beginnen ständig von vorne.
Ohne es je zu beenden.
Sind süchtig nach dem Spiel.

Seit Tagen warte ich auf diesen Abend. Heute. Jetzt. Diesen Moment. Eine Party, auf der wir uns verabredet haben, ohne es je auszusprechen. Wir kommen her, weil wir wissen, dass der Andere da ist. Weil wir uns vor Ewigkeiten abgesicherten haben. Ohne es jemanden zu erzählen. Es ist unsere unausgesprochene Vereinbarung. Die wir uns vielleicht nicht einmal selbst eingestehen. Die meine Hoffnung jedoch fesselt.
Wir stehen an der Bar, konnten etwas zu Trinken ergattern. Ich lache und unterhalte mich blendend. Strahle weiterhin. Doch innerlich tobt ein Sturm. Meine Augen fliegen im Raum umher. Ich suche Dich. Und ich weiß, dass suchst auch mich. Minuten vergehen. „Guck mal wer da ist!“ – flüstert mir eine Freundin ins Ohr und zeigt in Richtung Tanzfläche. Mein Kopf dreht sich. Da ist es wieder – das schiefe Grinsen. Wir sind ein offenes Geheimnis. Blicke und Gesten verraten uns.

Da ist das Fünkchen mehr.
Da ist mehr.
Ist Dir das klar?
Da ist mehr.
Auch wenn wir nicht darüber sprechen.
Wir sind mehr.

Wir stehen voreinander. Deine Freunde, meine Freunde, unsere Freunde. Ein zaghafter Kuss auf die Wange. Begrüßung. Deine Hand an meiner Hüfte. Sekunden, die verfliegen bevor ich den Moment festhalten kann. Wir lachen, reden, necken uns. Es ist das, was wir immer tun. Schon immer getan haben. Und heute noch tun. Wir brauchen nicht darüber nachzudenken. Wir brauchen nur voreinander stehen und das Spiel beginnt von vorne. Es ist intuitiv.

Nur dass du meinen Einsatz nicht kennst. Du weißt nicht, dass ich längst mein Herz gesetzt habe. Alles auf eine Karte. Ich habe gesetzt. Doch halte ich meine Karten verdeckt, denn deinen Einsatz kenne ich nicht. Ich kann deine Karten nicht lesen. Nach all den Monaten nicht. Nach all den Gesprächen, Nachrichten, Momenten. Ich kann deine Karten nicht lesen. Dein Einsatz ist vielleicht nicht dein Herz. Also lasse ich dich nicht in meine Karten schauen. Nicht hier. Nicht heute.

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Die Nacht vergeht. Wir tanzen. Der Raum ist mit Kitsch überfüllt. Du zeigst auf einen Ballon: „Ich bin total verrückt nach Dir.“ Ich grinse und tue es als Scherz ab. Wenn du doch meinen Puls spüren könntest. In meinen Kopf drehen sich die immer gleichen Fragen. Spielen wir dasselbe Spiel? Ist dein Einsatz so hoch wie meiner? Wir tanzen. Zusammen. Eng an Eng. Endorphine. Bier – Gefahr – Versuchung – so riechst du für mich.

Ich spiele gefährlich.
Mein Einsatz ist hoch.
Ich spiele für  Sekunden wie diese.
Irgendetwas hat dich gerade verändert. Du vergisst die Umgebung. Es gibt nur Dich und Mich. So etwas wie ein uns. Du ziehst mich an dich. Um uns herum feiernde Menschen und flackernde Lichter. Dein Blick vertraut. Der Bass wird lauter. Ein Kuss steht unausgesprochen im Raum. Doch es ist der falsche Zeitpunkt. Wir tanzen weiter in der Masse. Lachen. Leben unser Spiel.

Mitten in der Nacht sitze ich alleine Zuhause. Gedanken zerfressen und bitterliche Unruhe erfüllen mich. Mein Dauergrinsen hat sich wieder einmal in eine zitternde Unterlippe verwandelt.  Wird es morgen noch so sein wie heute Abend?

Leuchtende Erinnerungsfetzen.
Wie jedes Mal.
Sehe denn nur ich sie?
Diese Magie?

Zu oft hast du deinen Einsatz schon zurück genommen. Bist aus dem Spiel ausgestiegen. Und mit neuem Einsatz wieder eingestiegen. Du lässt mich im Unklaren. Du hast das Spiel schon ohne mich gespielt.  Jede Minute der Blick aufs Handy. Hältst du heute dein Versprechen? „Ich schreib dir nachher. Komm gut nach Hause.“ Deine Worte bittersüß in meinen Ohren. Das Outfit liegt längst zerknüllt auf dem Boden. Ich berühre meine Schulter. Spüre noch immer deinen Blick auf ihr. Als ich mich wieder einmal verabschiedete und ging. Geplagt von der immer gleichen Ungewissheit, die sich durch meinen Körper frisst.
Spielen wir dasselbe Spiel?

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Du musst es beenden.
Wir haben die Regeln geschrieben.
Und geschwiegen.
Es nie ausgesprochen.
Doch du musst es jetzt beenden.
Den Einsatz endlich kennen.
Meine Zweifel verjagen.
Du musst es beenden.
Es ist unser Spiel.
Aber wir können nur verlieren, solange wir spielen.
Du musst es beenden.
Beenden.
Unser Spiel.


Verwendete Kamera*:  Canon   ||  Obektive*:  Canon-50mm


Kleid: H&M  Schuhe: NoName


Leider sind nicht alle meine Kleidungsstücke aktuell, deshalb habe ich Alternativen für dich rausgesucht*:

Kleid || Schuhe


Und Du?

Wann hast Du das letzte Mal in Sachen Liebe ungewollt gespielt? Ich freue mich auf deine Erfahrungen und Gedanken in den Kommentaren!

 

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76 comments

Antworten

Wunderschöne Bilder- so ausdrucksstark ♥
Liebst, Melina
http://www.melinaalt.de

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Liebe Saskia,
Du schreibst einfach so wunderschön und malerisch. Auch wenn es noch nicht mein Thema ist, lese ich deine Gedanken dazu sehr gern. Und ein bisschen kann ich mich auch schon wiederfinden, bei mir beginnt das alles ja erst ganz langsam. 😉
Wünsche dir noch einen schönen Sonntag und bin gespannt auf die Fortsetzung 😉
LG von Charli

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Du hast noch so eine spannende Zeit vor dir meine liebe Charli 🙂 Genieße es, auch wenn Tiefpunkte weh tun, sie machen uns am Ende stärker und genieße all die wunderbaren Momente! 🙂 Liebste Grüße an Dich!

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Danke für deine Lieben Worte! 🙂

Dein Text ist sehr fesselnd und wunderbar zu lesen! Als ich vor 4 Jahren angefangen habe zu studieren, ging es mir den folgenden
Jahren ziemlich oft so, da man ja auf einmal viele neue Menschen kennenlernt. 😀

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Ich bin ja immer wieder begeistert, wie du schreiben kannst! Ein sehr schöner Text, der mir auch sehr aus meinem Leben bekannt vorkommt.
Ich wünsche dir einen schönen Sonntag!
Lg. Anna <3

https://wwwannablogde.blogspot.de/

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Ich danke dir für diese lieben Worte Anna 🙂 Ich hoffe du hast auch einen fabelhaften Sonntag! 🙂

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Ein richtig schöner Text. Wirklich toll geschrieben. So einfühlsam und die Fotos sind so beeindruckend.
Alles Liebe
Marcel
http://marsilicious.com

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Danke dir lieber Marcel für diese netten Worte 🙂 Hab ein tolles Wochenende!

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