⯈ Sonntagsgedanken - mein ganz persönlicher Wochenrückblick in Worten & Bildern! Zeit um Gedanken zu ordnen, neuen Ideen Platz zu geben und einen Ort auf dem Blog für Erinnerungen zu schaffen.⯇

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  Alles wird gut.

Wir blickten den leuchtenden Himmel an. Hand in Hand schworen wir uns alle Abenteuer, die kommen würden, gemeinsam zu bestreiten. Voller Zuversicht durchtränkt mit ein wenig Wagemut.

Und wir lachten, weil wir mutig waren und nicht wussten, was kommen würden.
Und wir lachten, weil wir entschlossen waren und nicht wussten, wie wir stolpern würden.

Wir meisterten eins nach dem anderen. Nicht rennen, sondern Schritt für Schritt. Das Ziel stets vor Augen. Schritt für Schritt.  Doch die Kreuzung voller Möglichkeiten wurde eine Einbahnstraße. Hinter uns eine Wand, die nur eine Richtung erlaubt. Kein Platz für einen neuen Weg. Hinter uns die Wand.

Alles wird gut, steht auf ihr geschrieben.
In großen, leuchtenden Buchstaben.
Alles wird gut.

Also gehen wir in diese Richtung. Ohne zu wissen, was uns am Ende erwartet. Alles wird gut. Darum wiederhole ich sie. Für uns. Immer und immer wieder. Damit du es in dir verankerst. Damit ich es in mir verankere. Immer und immer wieder, wiederhole ich die Worte auf der Wand. Bis all das ein Ende hat und wir gewachsen sein werden. Der Mut uns stärker gemacht hat und eine neue Kreuzung voller Möglichkeiten vor uns liegt. So lange wiederhole ich sie. Bis unsere Liebe über den Horizont hinaus gewachsen ist.

  Kisten packen.

Schon wieder sind zwei Wochen ohne einen Beitrag vergangen. Obwohl ich mir mehr Kontinuität schwor. Obwohl ich das Schreiben, diesen Ort, mein Projekt liebe. Doch ich weiß, dieser kleine Fleck im WorldWideWeb braucht Zeit. Zeit, die kostbar ist. Ein Gut, das ich immer brauche und nie genug habe. Jeden Tag, für jeden Schritt. Also sammel ich meine Zeit jeden Morgen ein und verpacke sie in Kisten. Schreibe sorgsam drauf, für was ich sie verwende werde. So manchen Inhalt packe ich wieder aus, um ihn woanders einzusortieren.

Ich jongliere mit meiner Zeit. Um Minuten oder Stunden für Herzensangelegenheiten zu schaffen. Zeit, die so kostbar ist.

Manchmal habe ich am Ende des Tages Zeit übrig, manchmal nicht. Das ist okay, dann jeder Tag hat seine eigene Geschwindigkeit. Doch manchmal muss ich mich selbst erinnern – nur ich packe die Kisten mit Zeit. Ich entscheide, wie ich meine Zeit nutze und wann ich welche Kiste öffne. Also packte ich vor ein paar Tagen eine neue Kiste und schrieb ganz groß Sonntagsgedanken drauf. Und jeden Tag der Woche erinnerte ich mich daran. Und so schrieb ich. Zeile für Zeile, Wort für Wort und drückte endlich wieder auf „Veröffentlichen“.

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Erinnerungslücken für Glücksmomente.

Ich habe ein schlechtes Gedächtnis. Mir fällt es sogar schwer zu erzählen, was ich letzte Woche gemacht hab, während mir so manche Freunde noch Geschichten aus der Schulzeit erzählen können. An meine Grundschulzeit habe ich nur wenige Erinnerungen. Am meisten im Kopf geblieben ist mir, wie ein Junge zu Fasching als Computer verkleidet kam. Grenzenlose Faszination hat die Erinnerung wohl in mein Gedächtnis gebrannt.

Während ich also so manch Erlebtes im Hand umdrehen vergesse, prägen sich andere winzige – fast unscheinbare – Momente für Ewigkeiten bei mir ein. Noch Jahre später habe ich die Situation bildlich vor Augen. Ich habe also ein schlechtes Gedächtnis, aber der Teil, dem ich die kleinen Glücksmomente gewidmet habe, funktioniert besser als so manche Speicherkarte. Als würden die anderen Erinnerungslücken Platz für mein Alltagsglück machen, welches mich jeden Tag Zufriedenheit spüren lässt. 

Dienstag. Der Weg zur Arbeit. Ich hetze die Rolltreppe hoch. Es gab mal wieder Komplikationen mit der Bahn, ich bin nass und dazu noch zu spät dran. Doch oben angekommen sehe ich eine kleine Gruppe Kinder. Vielleicht im Grundschulalter. Und eines erkannte ich sofort: Sie machten eine Rallye, wie ich es auch so oft als Kind gemacht hatte. Aufgereiht standen sie vor einem Polizisten und schauten ihn erwartungsvoll an. So tippten fünf nervöse kleine Fußpaare auf dem Boden auf und ab. Ich weiß nicht, was sie genau sie fragten, aber der Polizist grinste, hockte sie zu ihnen runter, nahm das Handy und machte mit lustigen Gesten ein Selfie nach dem anderen. Und die Kinder strahlten. Und ich strahlte. Wegen fremder Kinder und einem Erwachsenen, der wusste, wie leicht man Freude verschenken kann. Und mein Gedächtnis? Das speicherte den Moment für Ewigkeiten ab.

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Bedingungslos.

Es ist drei Monate her. Drei Monate, dass wir uns das letzte Mal in den Armen gehalten haben. Drei lange Monate. Wochen, die wir mit ewig langen Sprachnachrichten überbrückten. Und ich bin dankbar. Nicht dafür, dass wir uns ewige Wochen nicht sehen konnten, sondern dafür, dass das Wunderwerk namens Handy es uns so leicht macht am Leben der anderen teilzuhaben. Dass wir mit Fotos, Erzählungen und Worten wenigstens das Gefühl haben, uns nicht ganz zu verlieren. Weiterhin ein Teil des jeweils anderen zu sein. Gemeinsam zu leben, auch wenn hunderte Kilometer und Ländergrenzen zwischen uns liegen.

Mittlerweile ist fast Ende November. Die erste Weihnachtsdekoration hängt bereits. Zeit ist vergangen. Doch als wir uns am Bahnhof in die Arme schließen, wie wir es seit so vielen Jahren an eben genau jenem Ort tun, steht die Zeit still. Waren wir je länger als eine Woche nicht gemeinsam hier? Wann sind die Monate vergangen? Alles ist wie immer – und es ist wunderbar.

Wir erzählen. Stunden um Stunden. Über das Erlebte, das Vergangene, das Zukünftige. Und wir lachen, weil wir ganz wir selbst sein können. Weil wir Schwäche zeigen dürfen. Weil wir uns für kein Gefühl schämen müssen. Weil wir uns lieben, auch wenn wir so verschieden sind. Weil unsere Freundschaft unkompliziert ist, obwohl wir es manchmal nicht sind. Weil wir stolz aufeinander sind. Weil wir dankbar sind, für einen Abend Dreisamkeit. 

Der Abend verfliegt. Nostalgie überkommt uns, als wir am Bahnhof stehen und die Züge sehen, mit denen wir so viele Male gemeinsam fuhren. Heute fährt jeder in eine andere Richtung. Der Abschied liegt vor uns. Doch wir wissen, dieses Ende heißt nur, dass neue Abenteuer vor uns liegen. Die wir erleben, fühlen und zu unserem nächsten Treffen mitbringen werden. Damit wir Stunden um Stunden erzählen, lachen und bedingungslos glücklich sein können.

Momentaufnahme

Ich bin im Winter angekommen. Obwohl an manchen Bäumen immer noch gelbe, rote und sogar grüne Blätter hängen – für mich hat längst die vierte Jahreszeit begonnen. Vor ein paar Tage entdeckte ich Fotos aus dem letzten Winter. Am 08. November lag das erste Mal Schnee. Wintereinbruch. Nicht mehr als vielleicht zwei Zentimeter, doch es reichte um mich in die gleiche Aufregung wie zu Kindheitstagen zu versetzen. Diese Jahr fehlt der Schnee. Es ist grau. Und das Licht steckt noch irgendwo zwischen Herbst und Winter fest.

Aber so oder so: Das Jahr geht zu Ende. Das Jahr, dass ich vor ein paar Momenten noch mit wackeligen Schritten begann. Von dem ich wusste, es würde das letzte dieser Art sein. Fast 11 Monate sind vergangen. Ich bereite die ersten Weihnachtsgeschenke vor und schwelge dafür stundenlang in Erinnerungen. Ich habe Lebkuchen und Dominosteine gekauft. Die Weihnachtsdeko, bestehend aus zwei Elchen und einem Tannenbaum aus Fichtenholz, die ich letztes Jahr geschenkt bekam, steht bereits. Die Lichterkette leuchtet. Fotos für den Blog müssen frierend in 15 Minuten erledigt werden. In der Stadt werden die ersten Weihnachtsmärkte aufgebaut. Ich gehe eingepackt in Winterjacke, Schal und Handschuhen über gefrorene Böden und staune über die tiefstehende Sonne. Ich hörte zum ersten Mal meine Weihnachtsplaylist.

Ja, der Winter hat bei mir definitiv begonnen.

 

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📷Fotos: Tim
Kamera *Sony & Canon
Objektive* Sony-50mm & Canon-50mm


Und Du?
Was hat dich diese Woche beschäftigt?
Hast du Freundschaften, die auch dann wundervoll funktionieren,
wenn man sich nur alle paar Monate sieht?
Bist du schon in Weihnachtsstimmung?
Ich freue mich auf Deine Gedanken in den Kommentaren!

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14 comments

Antworten

Liebe Saskia,
schöne Sonntagsgedanken hast du da aufgeschrieben. Und morgen ist schon wieder Sonntag. Ich finde auch, dass die Zeit zum Jahresende immer soviel Erinnerungen hervorruft. Schöne und weniger schöne, aber eben meine Erinnerungen an das vergangene Jahr und die Vorfreude auf das nächste.
Ich liebe es auch, wenn Erwachsene so schön mit Kindern umgehen und ihnen Aufmerksamkeit schenken. Dann ist die Welt in Ordnung. 🙂
Ich wünsche dir noch einen schönen Samstagabend.
LG Charli von https://frischgelesen.de

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Hallo meine liebe Charli!
Du hast es auf den Punkt getroffen „Dann ist die Welt in Ordnung!“. Genau so ist es 🙂 In diesen kleinen wunderbaren Momenten ist die Welt wirklich einfach nur wunderbar.
Und vielleicht ist das Jahresende auch genau dafür so gut – um zu reflektieren, was man erlebt hat. Positives wie Negatives, um dann mit neuer Energie ins nächste Jahr zu starten!
Ich wünsche dir einen wunderbaren Tag! 🙂

Antworten

Liebe Saskia,
ich liebe dein Format der Sonntagsgedanken. Du teilst mit uns, was dich beschäftigst und dank deiner Wortwahl klingt es fast ein bisschen wie Poesie. Das ist wunderbar und ich finde mich jedes mal in mindestens einem dieser Gedanken wieder.
Hab ein schönes Wochenende
Anne
https://trustyourgut1.blogspot.de/

Antworten

Liebe Anne,
vielen lieben Dank für die wunderbaren Worte! Ich freu mich immer von dir zu lesen!

Antworten

Hach, du kannst Alltagssituationen einfach soooo toll beschreiben. Ich mag es so, wie du deine Worte einsetzt. Voll schön! 🙂

Liebst Elisabeth-Amalie von Im Blick zurück entstehen die Dinge

Antworten

Deine Worte sind wie Zuckerwatte liebe Elisabeth-Amalie 🙂 Hab ein großartiges Wochenende!

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„Schon wieder sind zwei Wochen ohne einen Beitrag vergangen.“ Für mich braucht Schreiben auch Zeit. Mein Schreiben funktioniert nicht kontinuierlich. Manchmal gibt es mehr Ideen, manchmal eben weniger. Manchmal klingt alles beim ersten Mal perfekt, manchmal, da klingt alles doof. Jeder, der selber schreibt, kann dich da glaub ich verstehen 🙂

„Ich habe ein schlechtes Gedächtnis.“ Mir geht es genauso. Ich kann mir die kleinen Augenblicke nie merken. Deswegen schreibe ich seit über 10 Jahren Tagebuch, um diese ganzen wundervollen Momente zu sammeln!

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Hallo liebe Iris!
Genau so wie du dein Schreiben beschrieben hast, so empfinde ich das auch. Manchmal läuft es wie am Schnürchen und ein Text ist in Minuten runter geschrieben. In anderen Fällen schreibe ich über Tage versetzt. Aber das ist wohl bei vielen kreativen Prozessen so 🙂
Bei mir ist es mit dem Gedächtnis ja genau anders rum 🙂 ich kann mir kleine Augenblicke ewig lange merken – bei den großen wird es schwieriger 😀 Aber jaa genau deshalb schreibe ich auch! Ich schicke dir liebe Grüße!

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Ach das hast du mal wieder so toll geschrieben, ich kann mich immer so super in die Situationen hineinversetzen!
Liebe Grüße!

Antworten

Und ich freu mich immer riesig von Dir zu lesen! Liebe Grüße an Dich zurück 🙂

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