⯈ Sonntagsgedanken - mein ganz persönlicher Wochenrückblick in Worten & Bildern! Zeit um Gedanken zu ordnen, neuen Ideen Platz zu geben und einen Ort auf dem Blog für Erinnerungen zu schaffen.⯇

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  Das Bild in meinem Kopf.

In meinem Kopf ein Bild.
Ich, offene Haare und diese eine Mütze. Aus dem letzten Jahr. Mein lässiges ich. Einfach, unkompliziert. Wo sind die Wintersachen? Immer noch ein Bild vor Augen. Ich öffne den Zopf. Haarsträhnen fallen mir ins Gesicht. Nicht weich und schmeichelnd. Sondern wild und ungekämmt. Schulterzucken. Ein wenig Haaröl wird es richten. Die Mütze auf. Noch den Pullover. Der weiche Stoff legt sich auf meine Haut. Ich schlüpfe in die Jeans. Und fühle mich wie ich.Nun stehe ich da. In meinem Kopf ein Bild.
Doch der Spiegel wirft mir etwas anders entgegen. Jemand anderen. Ich drehe mich. Linksherum, Rechtsherum. Vielleicht ist es das Licht? Der Winkel? Die Position? Ich bin skeptisch. Erkenne mich kaum. Ich muss lachen, finde mich albern. Es sind nur Haare. Ich hole das Handy raus und verschicke ein Foto. „Geht das so?“ Es ist nur ungewohnt, dass bist immer noch du, flüstert das Herz mir zu. Und der Verstand nickt zögernd. Mein zweifelndes ich. Sensibel, kompliziert.

Später sehe ich die Fotos – in meinem Kopf ein Bild.
Bin das ich? Haare, die mein Gesicht umspielen. Der Wind hat seine eigene Regeln. Gesichtszüge, die sonst vom Offensichtlichen versteckt sind. Mir gefällt was ich sehe. Doch ich erkenne mich nicht. Nur die wilden Gesten verraten mich. Und das Lachen. Und die Position meiner Füße. Und der Blick in die Ferne. Und die Art der Bilder. Und ich. Ich bin wohl doch immer noch ich. Ich spüre –  gerade bildet sich ein neues Bild. Kein neues Ich, nur eine andere Version von mir. Für einen Moment neu erfunden, in eine andere Haut geschlüpft. Ein Versuch. Mein altes, neues, wunderbares ich – das nicht dem Bild in meinem Kopf entsprach.

Eine Zeile – jeden Tag.

Freitagabend. Ich sitze vor meinem Kalender und überlege, welcher Moment meines Tages erzählenswert ist. Ein Ritual. Jeden Abend einen Satz. Über Erlebtes, Gedanken, Momente. Tagebuch in Kurzform. Für Schreibfaule oder Vielbeschäftigte. Für mich. Einen Ort, den niemand sieht. Früher schrieb ich jeden Abend zwei Seiten Tagebuch. In einer Zeit vor Blogs und Social Media. Tag für Tag habe ich meinen Alltag beschrieben. Um ihn festzuhalten, ein wenig anzuhalten. Zu reflektieren.

Ich lasse den Stift auf mein Papier tippen und schaue den Computerbildschirm an. Ich lasse den Tag Revue passieren. Bin auf der Suche nach einem bleibenden Moment. Etwas an das ich mich erinnern möchte. Damals schrieb ich meinen Alltag nieder. Ohne je darüber nachdenken zu müssen. Doch erscheint mir heute die Uhrzeit, wann ich aufgestanden bin oder der Moment, als ich Einkaufen ging, nicht mehr bedeutend genug um ihn zu dokumentieren. Heute wähle ich gezielter aus. Denn ich habe nur eine Zeile. 

Also sitze ich da, in einem kühlen Raum und überlege. Doch wenn ich zu Ruhe komme und mir ein wenig Zeit nehme, fallen sie mir auf – all die kleinen Momentaufnahmen, die ich beinahe unbewusst eingefangen habe. Eine wähle ich aus und schreibe sie auf, weil ich nicht weiß wie lange ich sie speichern werde. Denn zugegeben, mein Gedächtnis war schon immer meine Schwäche. Doch wenn ich die Zeilen später noch einmal lese, kann ich für einen Augenblick die Zeit zurückdrehen. Momente, die ich gefühlt und gelebt habe. Die mir Glück und Zufriedenheit brachten. Die mir Sorgenfalten und das Streben nach Weiterkommen zeigten. So wie heute das Glänzen der neu verlegten Bahngleise, gestern das Telefonat, dass nach Zukunft rief und vorgestern der Streit um nichts.  Nicht jeder Moment, den ich notiere ist schön, einfach oder makellos. Manchmal schreibe ich Sätze auf die schmerzvoll sind. Andere bringen mich selbst zum Lachen und andere zum Kopfschütteln. Der Stift kratzt über mein Papier. Wieder ein Moment eingefangen. Konserviert.

Also schreibe ich weiter: Nur eine Zeile jeden Tag. Nur eine Zeile, die Veränderung und Fortschritt sichtbar macht.

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Zufall.

„Wieso muss ich das durch Instagram erfahren!?“ schreibt mir meine Freundin vorwurfsvoll bei Whatsapp. Ihre Smileys verraten, dass ein Zwinkern ihre Nachricht begleitet. Jedenfalls ein Kleines. Denn sie und ich wissen: Sie hat Recht! Unsere beiden letzten Wochen waren voll von Terminen, Abgaben, Alltag und zur Krönung noch ein wenig Grippe. Und auch wenn wir wissen, dass die ewigen Jahre unserer Freundschaft, Wochen ohne Kontakt überstehen würden – wir fühlen uns schuldig. Weil wir wieder einmal nicht wie versprochen auf die Nachricht geantwortet haben. Weil wir das gemeinsame Treffen um noch eine Woche verschoben haben. Weil wir hinterher hängen mit den täglichen Updates unseres Lebens.
Keiner ist traurig, wütend oder unverstanden. Wir lieben einander, auch wenn die Nachricht nur wenige Zeichen lang ist. Oder aus Smileys besteht. Weil der Alltag uns nicht erschüttern kann. Weil Freundschaft nicht an der Anzahl von Nachrichten gemessen wird. Doch ich fühle mich ertappt. Denn noch als ich den besagten Text für Instagram tippte, erinnerte ich mich selbst daran – ich muss ihr endlich schreiben! Erzählen was mich gerade beschäftigt. Denn ich weiß, in einer digitalen Zeit brauchen wir analoge Freunde. Analoge Erlebnisse. Analoge Gefühle. Denn das was wir gemeinsam erleben verbindet uns. Es formt unsere Beziehungen zueinander und knüpft ein Band, dass mit jeder Erinnerung stärker wird. Das die Freundschaft weiter wachsen lässt. Uns Beständigkeit, Vertrauen und Liebe gibt. Erlebtes wird zu einer bleibenden Erfahrung und die erhaltenen Ratschläge entwickeln sich zu eigenständigen Lebensweisheiten.

Wir wachsen. Zusammen und Alleine. Nur dadurch, dass der Zufall vor über 20 Jahren uns einmal hat Freunde werden lassen. Doch die Jahre haben mich gelehrt, dass so ein Zusammentreffen günstiger Ereignisse nicht etliche Male vor kommt. Ich mich nicht für alle Ewigkeit auf das kleine Wort namens Zufall verlassen kann. Denn angehäufte Erinnerungen an Kindheitstage, quälende Teenagermomente und die Schritte zum Erwachsenwerden, die wir gemeinsam erlebt haben, brauchen ihr nächstes Kapitel. Ein Kapitel, dass nicht den Namen „unbeantwortete Whatsapp-Nachrichten“ trägt. Also schreibe ich ein ehrliches „Tut mir leid“ zurück und gelobe Besserung. Wir geloben Besserung. Für uns. Die vergangenen Jahre. Unsere Freundschaft. Analog und digital. Für die Zukunft. Und besonderes – für den Zufall, der uns einst zusammen führte!

Momentaufnahme

Zeitumstellung. Mein Handy hat das längst begriffen.
Winterzeit.Die Uhr an meiner Wohnzimmerwand hängt immer noch hinter her. Zugegeben, dass liegt wohl mehr an mir als an ihr. Doch ich halte noch ein wenig an ihr fest – nur einen kleinen Moment.
Sommerzeit.

Um genau 18.13 Uhr schaue ich aus dem Fenster. Es ist dunkel. Und obwohl ich bereits heute Morgen wusste, dass es heute Abend um 18.13 Uhr dunkel sein wird, bin ich jetzt doch überrascht. Es ist dunkel. Vorhin landete ich auf dem Wetterbericht. Sonnenschein. Die Augen würden groß. Nicht über die angekündigte Sonne, die mein Herz tanzen lässt, sondern über die Uhrzeit. Sonnenuntergang: 16.50 Uhr. Du weißt, dass die Dunkelheit uns schwer fällt. Wir uns nach dem Licht sehnen. Also zauberst du. Den ersten rosa Sonnenuntergang der Winterzeit. Pure Magie.

Für mich beginnt jetzt das Warten. Auf die Lichter, die dem frühen, dunklen Abend einen Sinn verleihen. Die in Schaufenster glitzern, Fensterscheiben zum Leuchten und Vorgärten zum Strahlen bringen. Ich warte geduldig. Auf das erste Foto aus dem Garten meiner Nachbarn. Die jedes Jahr Dächer, Bäume, Sträucher in einen Ort voller Magie verwandeln. Und die Dunkelheit ein wenig vertreiben und sie zu Gemütlichkeit werden lassen.

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Und Du?
Was hat dich diese Woche beschäftigt?
Schreibst du ein Tagebuch?
Wie pflegst du deine Freundschaften und wie siehst du dich eigentlich selbst?
Ich freue mich auf Deine Gedanken in den Kommentaren!

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14 comments

Antworten

Liebe Saskia,
deine Sonnatgsgedanken sind ein wunderbarer Wochenrückblick, der weiter geht als nur bis zum leckersten Mittagessen oder schönsten Schaal der Woche. Er lässt nachdenken und fühlen. Außerdem sind die Bilder zauberhaft!
Liebe Grüße Anne
http://trustyourgut1.blogspot.de/

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Meine liebe Anne,
du hast es genau verstanden, was ich mit diesen Beiträgen erreichen will – dafür ein dickes danke! 🙂 Hab einen tollen Mittwoch, egal ob frei oder mit Arbeit 🙂 Liebe Grüße an Dich!

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Ich finde die Bilder mit offenen Haaren und Mütze sehr schön, du solltest dein „neues ich“ öfter zeigen. Es steht dir gut und ist gar nicht fremd. 🙂
Mein „One Line A Day “ Buch stellt für mich manchmal auch eine kleine Herausforderung dar, aber oft sind es die banalen Dinge, die mich dann später an irgendetwas Wichtiges erinnern. Inzwischen führe ich es seit drei Jahren und freue mich immer beim Zurückblättern wie die alten Gedanken erwachen. Eine tolle Sache, so ein Büchlein.
Wünsche dir noch einen schönen freien Montag!
LG Charli von https://frischgelesen.de

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Liebe Charli,
oh ich hoffe ich kann irgendwann auch einmal auf Jahre in meinem Buch zurückblicken. Gerade heute als ich mein BulletJournal für den November vorbereitet habe, habe ich festgestellt, dass ich schon seit März dies Routine einhalten. Ein schönes Gefühl, denn genau wie bei dir, erwachen bei mir dort so viele alte Erinnerungen. Kleine Momente, die ich fast vergessen hab 🙂 Dafür ist das One Line A Day wirklich großartig! Ich hoffe du hattest einen tollen Feiertag! 🙂 Ich schicke dir liebe Grüße!

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So unglaublich schön deine Sonntagsgedanken! Ich mag diese Art von Posts sehr sehr gerne.
Die Idee mit eine Zeile pro Tag für ein Tagebuch finde ich sehr schön. Vielleicht fange ich damit auch an.

Liebe Grüße Hannah

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Es ist wirklich so eine schöne Möglichkeiten, seinen Tag Revue passieren zu lassen 🙂 Man denkt nochmal in Ruhe über all das Gute zurück! 🙂 Ich kann es dir nur empfehlen leibe Hannah 🙂 Liebe Grüße an Dich!

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Liebe Saskia,
was so alles in deinem Kopf herumschwirrt und wie du es in Worte fasst, toll!
Hab einen schönen Feiertag und liebe Grüße an dich!

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Jedem von uns schwirrt wohl jede Woche so einiges im Kopf um her oder? 🙂 Ich schreibe es einfach nur auf hihi 🙂 Ich wünsche dir morgen auch einen tollen Feiertag! Liebste Grüße an Dich!

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Liebe Saskia,
mal wieder ein wunderbarer Beitrag mit wunderbaren Gedanken. Wie viel Mühe du dir immer gibst, ich bin jedes Mal überrascht und begeistert 🙂

Hab einen tollen Start in die Woche!
Lg, Sarah von http://www.vintage-diary.com

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Meine liebe Sarah,
hach es ist immer schön von dir zu lesen 🙂 Und danke für das große Kompliment, dich überraschen zu können 🙂 Hab morgen einen wunderbaren Feiertag meine Liebe 🙂

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