⯈ Sonntagsgedanken - mein ganz persönlicher Wochenrückblick in Worten & Bildern! Zeit um Gedanken zu ordnen, neuen Ideen Platz zu geben und einen Ort auf dem Blog für Erinnerungen zu schaffen.⯇

  Dreißig Minuten.

„Herzlichen Glückwunsch, Du hast bestanden.“ Mein Prüfer streckt mir die Hand entgegen. Und ich schüttel sie. Grinsend vor Glück, stehe ich vor ihm. Keine dreißig Minuten vorher betrat ich den Raum mit einem flauen Gefühl im Magen und zittrigen Händen. Obwohl mir bewusst war, dass dieses anstehende Gespräch schon längst bedeutete: Bestanden. Doch seit dem Aufstehen begleitete mich ein Gefühl: Unendliche Aufregung. Und während der Verstand wusste, dass die Nervosität unbegründet war, sangen Herz und Bauchgefühl ihr eigenes Lied. Nur eine Tasse Tee. Schluck für Schluck. Muss ich schon los?
Kurz vor 9 betrat ich den Prüfungsraum. Alleine, auf mich gestellt. An mich und meine Arbeit glaubend. Und zweifelnd. Der letzte Schritt des Abenteuers. Eine letzte Bahnfahrt. Ein letztes Mal rote Backsteingebäude. Ein letztes Mal lichtdurchflutete Hörsäle. Ein letztes Mal Student. Das freundliche guten Morgen meiner Prüfer reichte um mich zu beruhigen. Ich werde heute mein Studium beenden. Die letzten dreißig Minuten. Ich redete, lachte und beantwortete Fragen halbwegs zufriedenstellend. Geschafft! Aufstehen, den Raum verlassen. Ich sitze auf der Treppe im Flur. Sie ist kalt. Im ganzen Gebäude ist es still. Warten. „Du kannst jetzt reinkommen.“ – sagt er freundlich. Bestanden – Bestanden – Bestanden. Ein letztes „Alles Gute!“. Dann nehme ich meine Sachen verlasse den Raum und verlasse den Campus. Ein letztes Mal.

Seifenblasen.

Ein Geruch, ein Geräusch, ein Foto reicht. Und ich bin zurück. Gefühle fliegen durch meinen Körper. Lassen mich erneut lachen oder noch einmal traurig sein. Nach Jahren noch, kann ich sie wieder fühlen. In ganzer Stärke. Sie zeigen mir Entwicklung, Fortschritt. Eine kleine Seifenblase aus konservierten Momenten. In der ich hin und wieder zu Besuch bin.
Und dann stehst du vor mir und grinst mich an. Und ich grinse ein wenig schief zurück. Das Herz klopft schneller. Wie viele Jahre haben wir uns nicht gesehen, nicht gesprochen, nicht gewusst, was der Andere gerade tut. Das war okay, denn das was uns einmal verband liegt so viele Jahre zurück. Teenagertage. Doch heute konnten wir unsere Seifenblase für einen Moment noch einmal besuchen. Und ich weiß: auch du hast all diese Erinnerung in Dir. Du hast uns nicht vergessen. Wir sind längst ganz anders und doch noch gleich. Und so tanzte mein Herz. Vor Erinnerung, vergangenen Gefühlen und Wiedersehensfreude.

Blatt für Blatt.

Hast du je gesehen wie zart sie ist? Wie schnell ihr Inneres zerbricht? Die Facetten ihrer Schichten? Dass sie im Morgenlicht freier, wilder, leidenschaftlicher aussieht? Und dass das Abendlicht stets etwas anderes zum Vorschein bringt? Dass sie zweifelt und hadert, doch immer mutig ist? Blatt für Blatt. Sich langsam öffnen. Geduld! Immer ein wenig mehr von uns geben. Unsere innere Gedankenwelt gezeigt und gehofft, der Andere würde es verstehen. Wir waren skeptisch, kritisch. Doch die Zeit vergibt uns Zweifel. Ich habe längst erkannt wie wertvoll du bist. Blatt für Blatt haben wir die Oberflächlichkeit abgelegt. Und sind im Kern angelangt. Pure Reinheit. Ehrliche Freude. Aufrichtiges Interesse. Ein Herz voll Empathie. Du – kleine zarte Blume, du hast Freundschaft neu definiert.

Regen.

Es regnete drei Tage. Von morgen bis abends. Regenschirme klappten um, denn längst war der Wind viel zu stark. Ein Baum – stark, groß, unverwüstlich – kippte um. Als hätte ihn der Wind nur ganz leicht angetippt. Der Baum sich hilflos ergeben. Geblieben sind Blechschäden und ein mulmiges Gefühl. Bot mir eben jener Baum noch vor ein paar Minuten Schutz vor einem erneuten Schauer.
Regen macht mich nachdenklich. Auf diese beruhigende Weise. Ich sitze am Fenster, mit Zettel und Stift. Okay, manchmal auch mit dem Laptop. Bin oft zu faul. Oder zu digital. Von allem ein wenig. Und tippe Zeilen um Zeilen, Worte, Gedanken, Erinnerungen – alles was mir in den Sinn kommt. Und Regentropfen für Regentropfen habe ich das Gefühl ein wenig Ordnung in meinen Kopf zu bringen. Und wenn der vierte Tag mit zarten Sonnenstrahlen beginnt, habe ich wieder ein wenig mehr gelernt. Über mich und all die Regentropfen.

Momentaufnahme.

Es ist Sonntagabend, als ich diese Zeilen tippe. Kurz vor 22 Uhr. Ich hätte noch zwei Stunden Zeit, damit diese Worte ‚pünktlich‘ online kommen. Pünktlich nach meinen Vorstellung. Nach meinem Konzept. Angestrebtes Ziel. Doch diese Woche habe ich wieder einmal gemerkt – es ist wichtig sich Grenzen zu setzen. Ich stecke mit meinen Kopf in etlichen Projekten gleichzeitig. Neben dem was sich liebevoll Alltag nennt. Pures Glück, dass ich von Herzen liebe. Doch manchmal muss ich meine innere To-Do-Liste ordnen. Prioritäten setzen und Ressourcen teilen, auch wenn mein Inneres noch mehr, nur ein kleines bisschen mehr machen möchte. Also warte ich auf den Montag. Voller Vorfreude. Selbst wenn der Wecker um 6 Uhr klingelt, weil ich mich auf die Aufgaben freue. Und die Zeit, die ich ihnen nun widmen kann. Geduld für Ungeduldige, die ich Schritt für Schritt erlerne.

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Was hat dich diese Woche beschäftigt?
Worüber hast du nachgedacht?
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44 comments

Antworten

Diese Aufregung vor dem „Bestanden“ kann ich allzu gut nachvollziehen… war bei mir gerade in der Schule und beim Abi auch ein riesiges Ding. Dabei wusste ich im Grunde genommen, dass gar nicht viel schief gehen konnte (zumindest waren die Prüfungen selbst von meinem Gefühl her gut gelaufen). Und dann diese Erleichterung danach! Gab nichts besseres!! 😉

Dankeschön für deine so lieben Worte zu meinen Fotos!
Ich kann dir nur recht geben. Es ist ja schon fast erschreckend was man da auf Instagram alles zu Gesicht bekommt… mittlerweile sieht jeder zweite Feed gleich aus. Egal, ob man bei den Bloggern oder den Landschafts-Fotografen schaut… der Stil aller gleicht sich immer wieder an. Das wir auf die Dauer schon echt langweilig!

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Ohja an die Aufregung vor meinem Abi – insbesondere dem mündlichen Teil – erinnere ich mich auch noch sooo gut 😀 Wahrscheinlich gehört es aber auch einfach dazu aufgeregt zu sein, damit man noch mehr aus sich rausholen kann 🙂 Und die Erleichterung noch größer ist 😀 Hab einen tollen Dienstag liebe Christine! 🙂

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Grenzen sind wirklich wichtig und unser Körper braucht auch Momente, um runterzukommen, zu entspannen. Herzlichen Glückwunsch, dass du bestanden hast. Es ist schon irgendwie komisch, wenn man so ein Gebäude dann zum letzten Mal betritt. Ich wünsche dir allerdings alles Gute für deine Zukunft. 🙂

Liebst Elisabeth-Amalie von Im Blick zurück entstehen die Dinge

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Ohja, dass Gefühl war ganz besonders stark, als ich zum letzten Mal am Bahnhof stand. Und wusste: Ich werde erstmal nicht zurück kommen. Merkwürdig, schön und aufregend wenn ein Lebensabschnitt vorbei geht 🙂 Hab einen wunderbaren Montag! 🙂

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Ein ganz wunderbarer Post! 🙂 Erstmal herzlichen Glückwunsch zum bestanden Studium! 🎉
Ich kann das total nachvollziehen mit der inneren Deadline 😁 Genau deshalb hab ich mein Weekly Summary auch auf Montag verlegt, damit ich den Artikel noch ohne Probleme bis Sonntags Nachts (oder Montag früh) schreiben kann.

xx
Ann-Vivien
von http://www.annvivien.blog

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Haha ohja ich hab auch schon mehrfach überlegt das ganze auf Montag zu verlegen. Aber irgendwie mag ich den Sonntag so. Als Wochenabschluss. Um dann Montag wieder ganz neu starten zu können 😀 Hach es ist schwierig haha 😀 Danke für deine lieben Glückwünsche! Hab einen tollen Montag liebe Ann-Vivien!

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Liebe Saskia,
herzlichen Glückwunsch zu Deiner bestandenen Prüfung! 🙂 das ist wirklich toll!
Dein Eintrag ist wirklich toll geworden, und vorallem hab ich mich in deine Seifenblasen Bilder verliebt!
Die machen richtig gute Laune! 🙂 hab einen schönen Montag!
♥ Kathi
http://www.katefully.com

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Vielen lieben Dank Kathi! 🙂 Es ist wirklich ein tolles GEfühl wieder einen Abschnitt beendet zu haben – da dürfen auch mal SEifenblasen fliegen hihi 😀 Ich wünsch dir auch einen tollen Montag!

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meine liebe Saskia: ALLES; ALLES LIEBE und ❤-LICHEN GLÜCKWUNSCH zur bestanden Prüfung! was für eine Hammer Neuikeit 🙂
ich hoffe du kannst dir dieses Gefühl noch richtig schön lange bewahren!

die Regentropfen machen es mir gerade auch nicht leicht. nach meiner kurzen Laufpause wollte ich heute voll motiviert wieder eine Runde drehen und natürlich regnet es in Strömen … ich bin zwar nicht aus Zucker und laufe auch bei Regen – aber bei so einem Starkregen! also: wieder auf die Yogamatte 😉
aber gut, es könnte schlimmeres geben!

ich wünsche dir einen wundervollen Wochenstart meine Liebe,
❤ Tina von liebewasist

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Danke liebe Tina! 🙂 Ich kann es selbst immer noch kaum glauben, dass ich mein Studium tatsächlich beendet habe. Das es wirklich schon vorbei ist. Die Zeit rast! 🙂
Hach ja das liebe Wetter macht auch gerade was es will. Ich bin da genau wie du – ich laufe auch bei jedem WEtter -aber wenn man nach 2 Minuten schon komplett durchnässt ist, muss man sich auch eingestehen, dass das ganze wenig Freude macht… Aber ich bin mir sicher du hast auch auf der Yogamatte eine großartige Zeit! Liebste Grüße an dich 🙂

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