Jede kleine Ehrlichkeit ist besser als eine große Lüge“, sagte vor vielen Jahren einmal Leonarado da Vinci. Und während meine Augen noch eben diese Worte lesen, ist mein Verstand schon hell wach und will mit einer Selbstverständlichkeit verkünden – Er hat Recht! Der Verstand ist mutig und kühn. Er schätzt diese Ehrlichkeit, um die Realität zu erkennen.

Das Herz hingegen beginnt das Abwiegen der Optionen. Es weiß, dass die Wahrheit manchmal schmerzt, tobend und aufwühlend ist. Das Worte verletzen und Wut auslöse können – auch wenn sie wahr sind. Es will uns schützen.

Und so beginnt der Kampf der ungleichen Kontrahenten – Kopf gegen Herz, Herz gegen Kopf. Verbunden in mir.

 


No̱.3 – Mut: In welcher Situation warst du bedingungslos ehrlich zu Dir selbst?


Während ich auf dem Balkon sitze und an einem Projekt arbeite, vibriert mein Handy. Abwesend klicke ich auf das Display – eigentlich nur um zu gucken, ob endlich die lang erwartete E-Mail im Posteingang gelandet ist. Ungläubig blicke ich auf den Bildschirm – es ist die Nachricht einer ehemaligen Freundin. Drei Jahren mit nicht mehr als 5 Whatsapp-Nachrichten sind die Reste unserer Verbundenheit. Es ist nur eine Nachricht, gefüllt mit Smalltalk – aber sie bringt mich für einen Moment aus dem Konzept. Obwohl dieses Kapitel längst abgeschlossen ist, wühlt es wieder einmal Emotionen in mir auf.

Es blinken leuchtende Erinnerungen in mir auf. Voller Freude und ein wenig Wehmut über das Ende dieser Geschichte. Denn dies war der Zeitpunkt in dem ich mir das erste Mal bewusst eingestehen musste – eine Freundschaft tut mir nicht gut. Alle unvollständigen Freundschaften zuvor verliefen sich nach und nach im Sand. Bei dieser war es anders. Dieses Mal musste ich handeln und ehrlich sein – zu mir selbst und zu meiner Freundin.

Als ich mir selbst eingestanden hatte, dass ich unglücklich mit der Situation war, hoffte ich auf ein Gespräch. Versuchte einen Ausweg aus der Situation zu finden, die Hürden zu überwinden. Es vergingen Tage, Wochen und Monaten. Ich sprach meine Zweifel laut aus und suchte nach immer neuen Wegen der Akzeptanz. Mein Herz, dass immer noch an all den guten Zeiten festhielt, kämpfte pausenlos gegen den Verstand, der die Wahrheit längst erkannt hatte. Der Kampf war verloren. Also nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und sprach es aus. Diese Freundschaft tut mir nicht mehr gut. Es war ehrlich – schmerzhaft – und – es war richtig.

Es zeigte mir, dass Ehrlichkeit der Grundstein aller Beziehung ist und das sich Wege manchmal trennen müssen. Ich lernte, dass jeder der ehrlich ist, zu sich selbst und anderen gegenüber, auch immer eine große Portion Mut im Herzen trägt. Denn auch wenn die Gefahr der Verletzungen unser Gefühle steigt, bist Du, bin ich, sind wir die Ehrlichkeit wert.

 


Verwendete Kamera auf dem Blog*:  Canon   ||  Objektive*:  Canon-50mm || Ähnliches Kleid*: Asos


Was ist #einmomentmitmir?


Machst Du mit?

Ich würde mich sehr über deine Gedanken zum heutigen #einmomentmitmir freuen. Deine Antwort muss nicht tiefgründig, lang oder außergewöhnlich sein – sonder nur eines: ein Teil von Dir. Eine Frage ändert nicht das Leben, aber sie schafft einen Moment Zeit für Dich. Ein winziges Abenteuer außerhalb des Alltages – mit dem Versuch sich auf die kleinen positive Dinge  zu fokussieren und eigene Stärken zu entdecken, die Dir vielleicht vorher nicht bewusst waren.
Falls du Deine Geschichte teilen magst, schreib sie gerne in die Kommentare oder poste sie auf Instagram unter dem Hashtag #einmomentmitmir.


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16 comments

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Liebe Saskia, was für ein schöner Text! Ich bin ohnehin total begeistert von Deinem Blog – Du hast hier definitiv eine neue, fleissige Leserin gewonnen 😀
Danke Dir auch für Deine lieben Worte zu meinem letzten Blogartikel 🙂
Die Geschichte tut mir sehr leid für Dich. Ich kann in ungefähr nachfühlen, wie es Dir ergangen sein muss. Meine ehemals beste Freundin seit dem Kindergarten hat sich vor 2 Jahren entschlossen, dass ich ihr nicht mehr genüge. Nachdem sie mir all meine Freunde, zu denen ich sie mitnah, weil sie sich mit ihrem anderen Freundeskreis verstritten hatte, weggenommen hatte, liess sie auch mich im regen stehen..
Aber das Leben geht weiter und ich habe schon viele neue Leute kennengelernt, manchmal kann man sich nicht entscheiden abzuschliessen, manchmal wird ienem diese Entscheidung abgenommen.
Liebste Grüsse
Janine
https://www.yourstellacadente.com

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Liebe Janine,
erstmal daaaanke für die ganze lieben Worte und ich freue mich natürlich besonders, dass ich in dir eine neue Leserin gewonnen habe 🙂 Es tut mir so leid zu lesen, was zwischen deiner Kindergartenfreundin und dir passiert ist. Das manche Menschen sich so verändern und solche Entscheidungen treffen ist so unendlich scher nachzuvollziehen. Aber du machst das genau richtig, finde neue wunderbare Leute, mit denen das Zeitverbringen Spaß macht

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Meine wunderschöne Saskia
Ich habe eben mit Wonne deinen Artikel gelesen. Die Situation mit deiner „Freundin“ hatte ich auch schon einmal und wie du Recht hast, manchmal muss man sich einfach etwas eingestehen und manchmal ist es eben, dass eine Freundschaft nicht gut tut. Liebe Saskia, ich freue mich immer wieder von dir zu lesen und deine Texte sind jedes Mal für mich wunderbar und so ergreifend. Hab einen sonnigen Tag meine Hübsche ❤️Xo Julia http://fashionblonde.de

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Meine liebe Julia,
danke für all die lieben Worte! 🙂 Leider haben wohl wirklich die meisten von uns schon einmal so eine Freundschaftserfahrung machen müssen. Es ist schmerzhaft, aber am Ende ist es doch oft besser so 🙂 Ich wünsche dir einen fabelhaften Start ins Wochenende!

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Diesen inneren Kampf kenne ich nur zu gut und ich habe auch lange gebraucht um zu lernen, wie ich am Besten damit umgehen kann. Letzendlich, so hat die Erfahrung gezeigt, wusste ich in allen Fällen immer schon lange vorher, dass es nicht mehr zu ändern ist und die Wege sich einfach trennen. Jedes Mal aufs Neue habe ich mir dann vorgenommen, das nächste Mal sofort zu handeln, mir Zeit und Karft zu sparen und mich ohne großen Kampf zu fügen. Das ist mir kein einziges Mal gelungen, denn die Hoffnung war am Ende immer zu groß. Wenn man sich gegen jemanden entscheidet, völlig egal warum, dann hei0t es ja zwangsläufig nicht, dass er einem nichts bedeutet und deswegen macht man sich die Entscheidung nicht leicht.
Am Ende sind wir wer wir sind und können nur schwer aus unserer Haut.

xo, Rebecca
http://pineapplesandpumps.com/

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Hallo liebe Rebecca,
oh deine WOrte haben mich gerade wirklich mitten ins Herz getroffen. Am Ende ist die Hoffnung immer zu groß. Genau das fühle ich auch sehr oft. Manche Freundschaften durchleben eben schwierige Phasen und manchmal muss man zusammen Kämpfen und der Hoffnung Platz geben, damit am Ende alles gut wird. Manchmal ist es den Kampf aber nicht wert, so sehr wir es uns auch wünschen. Und genau wie du schreibst, die Person und das gemeinsame Erlebte haben dennoch einen Platz in unserem Herzen. Wir werden wohl in jeder Freundschaft wieder vor solche Entscheidungen gestellt werden und können dann wohl im Endeffekt nur auf unser Herz hören. Danke, dass du deine Gedanken mit uns geteilt hast 🙂 LIebste Grüße an Dich !

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Diese Situation kenne ich selbst nur zu gut. Und sie war über viele, viele Jahre lang sogar meine allerbeste Freundin. Aber leider hat sie sich einfach in eine Richtung entwickelt, die mir nicht mehr gut tat. Und auch wenn der Cut hart und schwer war und mich selbst heute noch manchmal ein bisschen traurig macht, habe ich danach doch gemerkt, dass es sein musste und mir letztlich sogar gut getan hat. Manche Menschen ziehen einen leider mit ihrer Art sehr herunter… manchmal hilft es nichts und man muss getrennte Wege gehen.

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Das Gefühl, dass es einem am Ende gut getan hat, kenne ich auch sehr gut liebe Christine. Leider tuen uns wirklich nicht alle Menschen gut, nur wenn es dann sogar wie bei dir die allerbeste Freundin ist, ist es besonders hart. Dafür verbindet einen doch zu viel Vergangenes und sicherlich auch gute Erinnerungen. Doch wenn es einem nach der ‚Trennung‘ besser geht, dann weiß man, dass all der investierte Mut richtig war 🙂 Ich wünsche dir eine wunderbare Woche!

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meine liebe Saskia,
ich fühle mich direkt selbst daran erinnert, dass ich ähnliche Situationen hatte. im Laufe des Lebens kommen und gehen Freundschaften und andere, bestimmte die bleiben.
ich stehe gerade selber vor einer ähnlichen Entscheidung über die ich mir noch nicht zu 100% klar bin, denn immer schwingt auch Wehmut mit… es ist aber genau wie du es schreibst: wenn eine Freundschaft einem nicht mehr gut tut, dann sollte man sich wohl trennen.

danke dir für diesen schönen Text meine Liebe!
❤ Tina von Liebe was ist
Liebe was ist auf Instagram

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Liebe Tina,
du hast es so schön geschrieben, „denn immer schwing Wehmut mit“. Genau das ist das Problem an Freundschaften, die nicht mehr funktionieren – irgendwann einmal haben sie uns sehr viel bedeutet. Und das aufzugeben, ist oft einfach schwer. Ich glaube aber daran, dass wir manchmal erstmal los lassen müssen, damit sich irgendwann eine zweite Chance auf tut 🙂 Ich schicke dir liebe Grüße ♥

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