2018 in Worten.

01.01.2018. Und wieder liegt es vor mir. Dieses leere Buch, das nur darauf wartet mit den Geschichten des Jahres gefüllt zu werden. 365 Tage, die erlebt werden wollen. Ich bin aufgeregt. Frage mich, was dieses Jahr wohl für mich bereit halten wird. Welche Ziele ich erreichen kann, welche Abenteuer ich erlebe und welche Herausforderungen ich meistern muss. Und als ich das erste Wort hinein schreibe, kribbelt es bereits in mir. Denn ich weiß: Dieses Jahr wird sich so vieles ändern!

Januar.

Kaum ist Silvester vergangen, beginnen sich die Seiten rasend schnell zu füllen. Der letzte Arbeitstag. Zwei Jahre enden an diesem Tag mit kullernden Tränen, wunderschönen Blumen und einer letzten Umarmung. Der bevorstehende Neuanfang heißt erst einmal Abschied nehmen. Und mein Herz schmerzt. Wie Liebeskummer, weil ich etwas verliere, obwohl ich die Entscheidung selbst getroffen habe. Ich habe Menschen in mein Herz geschlossen, mich in den Alltag meiner Arbeit verliebt und so viel Selbstbewusstsein gesammelt, das die Erfahrung mit sich brachte. Noch ein letztes Winken, dann heißt es -auf, auf, die Zukunft wartet.

Kurz Anhalten. Nur für ein paar Tage. Meer. Immer nur noch mehr Meer. Ich bin an der Nordsee und bin verliebt in die so vertraute Ruhe vor dem Sturm. Es ist eiskalt. Doch ich laufe draußen. Immer und immer weiter. Essen. Ausatmen. Weiterlaufen. Yoga-Stunde. Schwimmen. Weiterlaufen. Noch zweimal Schlafen.

Und dann blättert sich auch diese Seite um. Auf einmal stand ich mitten drin. Im richtigen Arbeitsleben. Erwachsen sein, auch wenn ich das auf dem Papier schon seit Ewigkeiten bin. Mit klopfenden Herzen lief ich das erste Mal die Stufen hoch, die sich heute fast schon ein wenig nach Heimat anfühlen. Die ersten Tage waren unendlich aufregend, fordernd und spannend. Ich lernte so viele neue Menschen, Persönlichkeiten, Arbeitsweisen, Strukturen, Wege, Rituale kennen. Ein ganz neuer Alltag. Unendlich spannend und ein wenig beängstigend.

Ich lernte, dass mir Neuanfänge auch 2018 immer noch schwer fallen. Dass ich vielleicht ein wenig mehr Zeit als Andere brauche, um wirklich anzukommen. Um wirkliches Vertrauen aufzubauen und mich sicher zu fühlen. Und dass das total okay ist, denn das mulmige Bauchgefühl, die geflossenen Tränen, die unbändige Aufregung, wandeln sich mit der Zeit in glückliche Schmetterlinge, die tanzend in meinem Bauch umher flattern.


Februar.

Tränen laufen mir über mein Gesicht. Ich kann mich kaum beruhigen. Ich sitze auf dem Krankenhausflur und weine. Unbekannte Situationen machen mir seit Kindheitstagen Angst. Ein mulmiges Gefühl, das nie verschwindet und dem ich mich immer wieder stelle. Denn manchmal haben wir keinen Einfluss auf die Situationen, in die wir uns begeben müssen. Also bleibt nur Augen zu und durch. In meinem Fall: Mehrere Tage Krankenhaus, eine Operation, gefolgt von Tagen unter Schmerzen.

Trotzdem huscht mir bei den Gedanken an den Monat ein Lächeln über das Gesicht. Ich denke an meine Zimmernachbarin, die zu mir sagte “Ich wäre irgendwie eine ziemlich coole Veganerin, weil ich nicht nervig predigend versuche ihr die Wurst schlecht zu reden.” Wir hatten eigentlich nichts gemeinsam, außer dass wir gerade zufällig zusammen in einem Krankenhauszimmer steckten. Unsere Leben, Denkweisen, Ansichten hätten kaum unterschiedlicher sein können. Doch diese paar Tage gemeinsam auf 15 Quadratmetern zeigten mir, dass wenn wir das Herz am rechten Fleck haben, jede menschliche Beziehung wertvoll ist. Ich bin dankbar, dass ich eigentlich gesund bin – trotz Krankheit. Ich denke grinsend an den Schnee, die so verständnisvollen Nachrichten meiner neuen Kollegen, die Besuche meiner Herzensmenschen, die erste Nacht im eigenen Bett, den traumhaften Sonnenuntergang, die Whatsappanrufe aus Indien, das ewige Lachen, das Glück in unseren Augen.

Ich lernte, dass Schmerzen vergehen, auch wenn man es sich manchmal kaum vorstellen kann. Dass meine Gesundheit mein größtes Glück ist, für das ich unendlich dankbar war und bin. 


März.

Zurück im Alltag, der mich so glücklich macht. Wieder ein Teil des ‘normalen Lebens’ sein. Es war immer noch Winter. Und ich sah so viele Eisschollen, wie noch nie zuvor in meinem Leben. Tagelang beobachtete ich das Treiben. Vorwärts und rückwärts. Dazu ein wenig Schnee. Mein Winterwunderland mitten im März.

Ein Abenteuer wartete noch. Kurzurlaub im Harz. Das erste Mal einen Berg besteigen. Okay, oder eben mit der Dampflock hoch fahren. Aus dem Grinsen nicht mehr rauskommen, als die alte Bahn sich den Berg hochwindet. Und dann steh ich kleiner Mensch auf diesem riesigen Berg und schaue in die Ferne. Und kann kaum glauben, wie besonders diese Welt ist. Umgebung von meterweise Schnee, während die Sonne strahlt und der Wind bitterkalt pfeift. Wahrscheinlich ist das hier pures Glück. Bergab ein Kampf. Dachte ich doch naiv, mein regelmäßiges Laufen würde irgendetwas bringen. Es folgten zwei Tage mit dem schlimmsten Muskelkater des Jahres, fantastischem Essen, ganz viel Familienzeit und Wanderungen im düsteren Nebelwald.

Ich lernte, dass ein Jeder seinen eigenen Weg für sein persönliches Glück hat. Und dass es gut ist Traditionen neu zu erfinden, nie aufzuhören sich weiter zu entwickeln und Altes zu hinterfragen. 


April.

Vogelzwitschern. Endlich. Das erste Mal in diesem Jahr. Ich reiße das Fenster auf und staune. Wann ist es nur Frühling geworden? Ich sitze die ersten Stunden auf dem Balkon. Tippe Worte und genieße die wärmende Sonne auf meiner Haut. Die Welt erblüht wieder. Endlich. Konnte ich all das Grau kaum mehr ertragen. Doch nun sind die ersten Blätter wieder grün. Endlich.

Und dann begann auch die Laufsaison wieder. Der erste Wettkampf für das Jahr. Staffellauf beim Marathon. 11 Kilometer mit drei Herzensmenschen an diesem so warmen Frühlingstag. All die strahlenden Läufer, die jubelnden Lieblingsmenschen am Rand, den Glücksmoment, als ich meinen Staffelpartner in der Wechselzone wirklich fand, das Hin-und-Her-Fahren, um Jeden einmal Glück zu wünschen und natürlich: der Zieleinlauf. Ein paar hundert Meter zu viert inmitten der jubelnden Menschen. Ein letzter Schritt – stolz und dieses langanhaltende Grinsen.

Ich lernte, dass es sich lohnt für seine Werte einzustehen und sie hinaus zu tragen. Das eine Leidenschaft auf andere Menschen überspringen kann und sich dort ganz eigen weiterentwickelt.

 


Mai.

Der Mai fühlte sich nach Sommer an. Stunden um Stunden verbrachte ich Draußen. Ich begann mit dem Halbmarathontraining und lief Kilometer um Kilometer. Alleine und mit Freunden. Investierte in neue Laufschuhe. Türkis und Neon. Ich lief weiter. Fast 100 Kilometer in einem Monat. Persönlicher Jahresrekord.

Ich entdeckte ganz neue Ecken in meiner Heimat und erkannte wieder einmal, dass wir nicht immer weit reisen müssen, um wunderschöne Flecken zu entdecken. Ich sah Segelflugzeuge starten. Lief durch Rosenbeete. Aß Eis auf einer Parkbank im Nirgendwo. Und Pommes am See.

Ich durchquerte die stürmische See. Ohne das Ufer zu sehen. Wollte manchmal alles hinwerfen. Doch ruderte weiter. Nahm Welle für Welle lachend oder mit Tränen, die meinen Wangen hinunter liefen. War erfüllt von Wut und Unverständnis. Doch umgeben von Herz, Gefühl und Verständnis. Also ruderte ich weiter. Welle für Welle.

Ich lernte, dass das eigene Selbstbild und Fremdbild anderer oft Meilen auseinander liegen. Und es wichtig ist, den Menschen um sich herum zuzuhören. Ihre Perspektive zu verstehen. Sich selbst zu reflektieren, das eigene Wissen und Wertvorstellungen immer und immer wieder zu hinterfragen.


Juni.

Ich sah das erste Mal Berge. Also richtige Berge. Für ein paar Tage ging es nach Österreich. Eine Reise mit für mich fast fremden Menschen. Wieder eine kleine Mutprobe. Doch begleitet mich auch Menschen, die ich schon längst ganz tief in mir verankert hatte. Trotzdem überwiegte wieder einmal die Aufregung und das mulmige Gefühl. Immer durchzogen durch ein kleines bisschen Abenteuerlust.

Und es  zeigte sich, dass eine kleine Portion Mut im eigenen Rahmen oft in Glück endet. Ich fuhr auf einem wilden Fluss zwischen Bergen Kanu, staunte über tolles Essen, wanderte zu einem Wasserfall, tanzte die halbe Nacht, entdeckte die Umgebung, redete zum Einschlafen die ganze Nacht, lernte neue Menschen kennen und schloss Altbekannte noch mehr ins Herz.

Ich lernte, dass jeder von uns fast täglich seine eigenen Mutproben zu bestehen hat.


Juli.

Und auf einmal schrieb ich Texte. Kurze und lange. Und wunderte mich fast ein wenig, dass ich das tatsächlich konnte. Es sogar liebte. Ich verbrachte einen Tag im Wattenmeer und staunte über den weichen Boden unter meinen Füßen. Genoss das Anhalten. Alltagsauszeit. Ich sah meine liebsten Freundinnen. War nach Feierabend am See. Ging Abend um Abend spazieren. Und suchte den Blutmond. Lief mit so vielen Fremden durch die Straßen, um einen Blick auf das Naturwunder zu werfen. Vergebens.

Ich erfüllte mir einen Herzenwunsch. Mein gesetztes Ziel für dieses Jahr. Schon 2016 wusste ich, dass ich unbedingt einen Halbmarathon laufen möchte. Vor Jahren noch ein unerreichbares Ziel. 2017 scheiterte das Projekte, doch 2018 trainierte ich. Immer einen Kilometer weiter. Und dann lief ich, an diesem wunderschönen Sommertag mit meiner liebsten Laufbegleitung 21,1 Kilometer. Und manchmal kann ich es noch heute kaum glauben. Dass das unsportliche Mädchen, was sich nie bewegen wollte, einen Halbmarathon gelaufen ist. Es war der schönste Lauf in diesem Jahr. Vielleicht weil ich mich einfach nur auf diese Stunden freute. Weil mir die Zeit egal war. Weil ich wusste, dass ich ankommen werde. Also lief ich an den Sehenswürdigkeiten vorbei, tanzte im Tunnel, lauschte der Musik, klatschte Kinder ab und war so dankbar, laufen zu können.

Ich lernte, dass wir jedes Ziel erreichen können. Dass wir nur ein wenig Durchhaltevermögen, eine Prise Leidenschaft und eine Portion Neugier für Neues brauchen.


August.

Wieder ein Jahr älter. Und manchmal vergesse ich heute noch, wie alt genau ich eigentlich bin. Dann fange ich an zu rechnen. Und wann beginnt eigentlich dieses Erwachsensein? Fühle ich mich doch manchmal immer noch wie 18. Ich feiere ruhig und mit Lieblingsmenschen.

Und verbringe auch diesen Monat so viel Zeit draußen .Mein Sommerglück. Auch wenn der Sommer nicht der Norm entsprach, er war wirklich wundervoll. Ich renne glucksend durch Blumenfelder. Sehe ein Reh mitten in der Stadt. Laufe einen meiner Lieblingsläufe mit zwei meiner liebsten Laufmenschen. Schicke minutenlange Sprachnachrichten. Treffe meine Unimädchen und bin unendlich dankbar für diese Frauen in meinem Leben. Bin langsam angekommen. Nach über sieben Monaten, habe ich langsam das Gefühl angekommen zu sein. Meine Position wenigstens halbwegs gefunden und aus den ersten Erfahrungen gelernt zu haben.

Ich lernte, dass Wege sich manchmal trennen, obwohl so viel gemeinsames Glück in den letzten Jahren liegt. 


September.

Urlaub. Der erste richtige seit drei Jahren. Auf nach Mallorca, die Insel, die ich das letzte Mal als Baby sah. Doch kaum am Flughafen angekommen, überrollte mich die Angst. Wieder liefen die Tränen. Noch die ganze erste Stunde im Flugzeug. Und doch platzte mein Herz fast vor Glück. Kümmert sich nicht nur meine Sitznachbarin, sondern auch eine Stewardess herzallerliebst um mich. Und so sah ich nach der Landung das Flugzeugcockpit. Als einziger Passagier. Und traf den Pilot und seine Co-Pilotin. Und vielleicht, ja ganz vielleicht, wurde meine Angst wenigstens ein winziges Stück weniger.

Ich verliebte mich in die Insel. Die dunklen, grünen Berge. Den roten Sand. Die türkisfarbenen Buchten. Den warmen Strand. Die endlosen Erkundungstouren und das Plantschen im Wasser. Die Besuche in regionalen Supermärkten. Die magischen Sonnenuntergänge. Und ganz besonders in Valldemossa. Ich lieh das erste Mal einen Mietwagen, staunte über andere Hotelgäste, sah Fledermäuse und höre noch bis heute die morgendlichen Trommelgeräusche, die mich fast in den Wahnsinn trieben.

Ich lernte, dass der richtige Mensch an deiner Seite nicht nur jedes Abenteuer, sondern auch jeden Moment deines Alltages und dich selbst zum Strahlen bringt.


Oktober.

Zwei Jahre vegan essen. Manchmal kann ich auch das kaum glauben. Wo ich mich nie für Ernährung interessiert habe. Aß was mir schmeckte und damit glücklich war. Bis das Hinterfragen anfing. Und sich so vieles änderte. Bin noch längst nicht angekommen, will noch so viel lernen, so viel verbessern. Ich setzte dieses Jahr Schritt für Schritt kleine Veränderungen um. Fand so viel Inspiration in den sozialen Medien, auf Blogs, in Büchern, in Gesprächen mit Menschen.

Ich verbannte Einmalprodukte aus meinem Leben. Ersetzte Haarschampoo, Duschgel, Abschminkkram durch unverpackte Seifen. Und kaufte Cremes in Glastiegeln. Sortierte noch mehr aus meinem Leben aus und spendete es. Kaufte recyceltes Klopapier und Müllbeutel. Verbannte auch die Küchenrolle. Ich kaufte mit Bambusbeuteln ein, um so viel Obst und Gemüse wie möglich ohne Plastik zu kaufen. Ich lief über die Köhlbrandtbrücke und war wirklich schockiert über die Plastikcapes im Zielbereich. Etwas, dass mir vor Jahren wohl nicht einmal aufgefallen wäre. Also schrieb ich das erste Mal einem großem Unternehmen und wies auf dieses riesige Plastikproblem hin. Und zeigte Alternativen.

Ich freute mich jedes Mal, wenn Menschen um mich herum etwas Veganes probierten. Oder nur neugierig waren. Wünschte mir Kerzen aus Pflanzenwachs. Und fairproduzierte Unterwäsche. Achtete auf Bioprodukte. Spendete Geld für verschiedene Projekte. Sah immer neue Reportagen und saugte das Wissen auf. Änderte meine Suchmaschine zu Ecosia. Lernte noch mehr Toleranz für andere Menschen, ihre Denkweisen und ihr Leben. Vergaß nie die Empathie. Neun neue Kleidungsstücke, eine Tasche und ein Turnbeutel zogen im ganzen Jahr bei mir ein. Weniger als ich vor Jahren noch bei einem einzigen Primark-Besuch einkaufte. Zwei davon Trikots von Laufveranstaltungen und ein Firmenpullover. Den ich zuerst gar nicht haben wollten, mich dann aber Hals über Kopf in ihn verliebte. Kaum war es Herbst geworden, lebte ich bis heute in diesem Pullover.

Viele kleine Anfänge. Bin noch längst nicht angekommen, will noch so viel lernen, so viel verbessern. Versuchte zwei Bambuszahnbürsten und scheiterte. Ertrug das Gefühl nicht im Mund. Suche immer noch ein funktionierendes, ökologisches, veganes Deo. Kaufte ein paar Mal Einwegplastik. Trank bei Laufveranstaltung aus mehreren Plastikbechern. Kaufte nicht genug  fairproduzierte Kleidung. Nahm Medikamente mit tierischen Inhaltsstoffen. Kaufte eine Mango im Winter. Fuhr ein paar Mal mit dem Auto. Und flog mit dem Flugzeug.

Ich lernte, dass es nicht darum geht ein perfektes, ökologisches Leben in jeder Hinsicht zu führen. Sondern dass viel mehr jeder kleine Schritt, jede kleine Verbesserung, jede kleine Veränderung, am Ende einen Unterschied macht. Und dass es okay ist, nicht alles auf einmal besser zu machen und jeden kleinen Erfolg dennoch zu feiern.


November.

Ich rief meinen Blog auf. Und alles was ich fand waren schwarze Zeichen auf weißem Grund. Login nicht möglich. Hackerangriff. Dateien um Dateien infiziert. Ich saß kurz fassungslos da. Ich recherchierte stundenlang, versuchte alles zu reparieren. Erkannte die Aussichtslosigkeit und drückte auf löschen. Zwei Jahre Arbeit gelöscht. Texte, Kommentare, Rankings, Entwürfe, Bilder, Abonnements. Fast alles weg, das Backup zu alt. Ein paar alte Texte und Bilder bleiben. Ich entschied mich fürs Wiederaufstehen. Und began einfach von vorn. Ein Neustart.

Ende des Monats ging es nach München und ich stellte fest, dass sechs Stunden Bahnfahrt mit den richtigen Menschen tatsächlich ein kleines Abenteuer sind. Zeit außerhalb des Alltages sich noch ein Stückchen besser kennenzulernen. Und das Abendessen bei romantischen Kerzenschein einen ähnlichen Effekt haben. So dass man feststellt, wie gern man diese sechs Menschen hat. Wie dankbar man für Kollegen ist, die voller Herz und Seele stecken. Die ehrlich, lustig, spannend und einfach wunderbar sind. Wie viel ich durch sie schon gelernt habe und noch lernen werden. Wie schön es ist, Fehler machen zu können, mal sauer zu sein und sich doch immer aufeinander verlassen zu können. Als Team zu wachsen. Und immer zu wissen, dass um uns herum noch viel mehr wunderbare Menschen stehen.

Ich lernte, dass Arbeit mit wunderbaren Menschen, mehr ist als nur Arbeit.


Dezember.

Der letzte Monat 2018. Ich hatte es kaum bemerkt, doch es war Winter geworden. Für einen kleinen Moment fielen ein paar Schneeflocken. Die Vorweihnachtszeit verpasste ich irgendwie. Steckte zu sehr im Alltag, der viel Zeit, Geduld und Herz brauchte. Doch eine kleine Tradition konnte ich erhalten. Genoss ein paar Stunden Weihnachtsmusik, Selbstgebackenes und Familienzeit. Und dann zurück zum Schreibtisch. Schreiben, schreiben, schreiben. Ich schüttelte den Kopf über all die Wut und den Hass der Menschen online – außerhalb der scheinbar perfekten Instagram-Welt. Und konterte mit konsequenter Liebe. Und sprudelte vor Glück, wenn sich der Hass in Verständnis wandelte und liebe Worte folgten.

Weihnachten. Urlaub. Durchatmen. Ich nutzte die freie Zeit, um zu laufen. Durchquerte endlich die 500 Kilometer Marke für das Jahr. Ich setzte meinen Blog neu auf. Traf meine liebsten Freundinnen. Und Menschen, die ich sieben Jahre nicht gesehen hatte. Bekomme an Weihnachten nur Geschenke, die ich wirklich brauche. Vegan, ökologisch, fair. Ich hatte Zeit zum Schreiben. Und Lesen. Planen meiner nächsten Ziel. Ich pausiere den Alltag. Reflektiere. Stelle erstaunt fest, was dieses Jahr alles passiert ist. Was ich gelernt habe, woran ich gewachsen bin, was ich beibehalten und was ich ändern möchte. Ich schwelge in all den Erinnerungen der letzten Monate, durchlebe Gefühle noch einmal und staune wie wichtig, diese Zeit zwischen den Jahren für mich ist. Ich halte an. Jetzt gerade halte ich an.

Ich lernte, dass zu viele von uns etwas verloren haben: Empathie. Das Verständnis für andere Menschen und ihre Entscheidungen. Ich habe gelernt die Empathie zu beschützen und zu bewahren und nie zu vergessen.

 


⯈ 2018 – Du warst stürmisch. Und hast so einiges aufgewirbelt. Du warst manchmal laut und unermütlich. Doch ließt mich daran wachsen. Stärktest meine Werte und ließ mich neue finden. Du zeigtest mir wie wertvoll eine handvoll Menschen sind, die dich wirklich lieben und die du wirklich liebst. Du bestärktest mich, dass meine letztes Jahr getroffene Wahl, die richtige für mich war. Auch wenn ich manchmal zweifelte. Ich konnte so viel Neues lernen, so vieles verbessern, so vieles ausprobieren. Du zeigtest mir in allen Facetten wie wunderschön und wertvoll dieses Leben ist. In meinem Herz bleibt ein dankbares Licht zurück, wenn ich an dieses Jahr denke. An die Menschen, an die Abenteuer, an den Alltag. Jeden einzelnen Tag war ich glücklich. Nicht immer durchgehend, aber jeden Tag für einen Augenblick. 


⯈Und Du? Wie war dein 2018 im Rückblick? Was hast du in den Monaten gelernt? Ich freue mich auf Deine Gedanken in den Kommentaren.

 

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2 Comments

  • 1. Januar 2019 at 13:47 — Reply

    Danke für den wundervollen Rückblick!
    Ich wünsche dir ein wundervolles neues Jahr!
    Liebe Grüße!

    • Saskia - demwindentgegen.de (Author)
      1. Januar 2019 at 15:46 — Reply

      Das wünsche ich dir auch! Auf das 2019 viele glückliche Momente für dich bereit hält 🙂

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